Fettabsaugung

Die Fettabsaugung (Liposuction) ist die am häufigsten durchgeführte Operation im Bereich der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie. Sie ist sicherlich auch durch die Medien und das Internet die bekannteste. Leider wird damit aber auch suggeriert, dass es sich um eine Prozedur handelt, die mehr oder weniger „am Küchentisch" und als sogenannte „Wohlfühloperation" erfolgt. Sie ist heute sicherlich eine anerkannte, größtenteils stand-ardisierte, sichere Methode mit für den Patienten guten Ergebnissen. Nichts desto trotzt kann nicht eindrücklich genug davor gewarnt werden, dass es sich um eine Operation handelt, die trotz der kaum sichtbaren Einstichstellen unter der Haut eine riesige Wundfläche hinterlässt. 
Deswegen ist es unabdingbar, dass die Operation unter Einhaltung der chirurgischen Sterilitätskriterien in einem geeigneten Operationssaal erfolgt. Dies führt zur Sicherheit und Zufriedenheit des Patienten.

Möglichkeiten einer Fettabsaugung

Am besten geeignet sind Entfernungen von lokalisierten Fettpolstern bzw. Fettansammlungen, die durch Gewichtsreduktion oder Sport nicht verschwinden. Eine ausreichende Elastizität der Haut und Fähigkeit zur Rückbildung ist dabei unabdingbar, da sonst das gewünschte Ergebnis nicht erzielt werden kann. Hierbei kann in meistens auch eine deutliche Verminderung einer gleichzeitig bestehenden Cellulite („Orangenhaut") erreicht werden. 

Bei einer starken Überdehnung der Haut muss das überschüssige Gewebe chirurgisch entfernt werden (siehe „Abdominoplastik"). Im Bereich der Beine kann hier auch eine Oberschenkelstraffung
(siehe „Reithosenplastik") notwendig sein.

Auf keinen Fall ist die Liposuktion zur generellen Gewichtsabnahme geeignet, diesbezügliche
Anfragen lehnen wir ab!

Arten der Liposuktion

In den letzten Jahren haben sich neben der etablierten Form der Liposuktion mit Tumeszenzlösung (Aufschwemmen der Fettzellen mit einer speziellen Lösung aus Wasser sowie schmerz- und blutstillenden Medikamenten) neue und noch schonendere Verfahren etabliert.

Bei der Laser- und der Ultraschallmethode stehen den Vorteilen jedoch die Nachteile der thermischen Schädigung der Haut (Verbrennungen) sowie die unkontrollierte Zerstörung der Bindegwebesepten und der Lymphbahnen gegenüber. Dies kann unerwünschte und störende Folgen haben.

Dagegen hat sich die Wasserstrahlmethode durch ihr durchdachtes Konzept und die Anpassung an die Anatomie und Physiologie des Körpers immer mehr etabliert. Zum einen wird eine wesentlich geringere Menge an Tumeszenzlösung und damit für den Patienten belastenden Medikamenten verbraucht. Zum anderen gestattet die Methode vor allem im Feinbereich durch die geringere Aufschwemmung der Fettzellen eine hervorragende Modellierung der Körperform („you see what you get"). 

Nachkorrekturen werden weitestgehend vermieden. Desweiteren werden die Fettzellen in Ihrer natürlichen Form und Größe belassen, was eine Verwendung der Fettzellen zur Transplantation für andere Körper-bereiche ermöglicht. Auch das sog. „Nachnässen" (Auslaufen der Restflüssigkeit in den folgenden Tagen aus den Inzisionsstellen) ist erheblich vermindert. Der Eingriff erfolgt in der Regel in lokaler Betäubung, die durch die Tumeszenzlösung gewährleistet ist. Nur in seltenen Fällen ist eine begleitende Dämmerschlafnarkose oder gar eine Vollnarkose notwendig.

Zusammenfassung der Vorteile

  • Präzises Arbeiten durch den Operateur - geringe Zahl an Nachkorrekturen
  • Kurze OP-Zeit - schnellere Patientenerholung
  • Geringere Medikamentenbelastung - geringeres Risiko für den Patienten
  • Weniger Körperrestflüssigkeit - geringeres Nachnässen
  • Keine thermische Hautschädigung
  • Keiner Zerstörung der Lymphbahnen und der Bindegewebesepten

Risiken der Operation und Verhaltensmaßregeln

Neben den allgemeinen Risiken einer Operation wie Nachblutung, Bluterguss- und Wundwasserbildung besteht eine nicht unerhebliche Infektionsgefahr durch die große Wundhöhle, weshalb die begleitende Gabe eines Antibiotikums während der Operation ei uns obligatorisch ist. Auch kann eine vollständige Symmetrie der abgesaugten Körperregionen nicht immer garantiert werden, Nachkorrekturen sind unter Umständen notwendig. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant, postoperativ ist eine elastische Kompressionshose für 10-12 Wochen zu tragen. Sportliche Betätigung sollte für 4-6 Wochen vermieden werden.

Die entfernten Fettzellen an den abgesaugten Stellen können zwar nicht wiederkommen, die verbliebenen Zellen an anderen Körperregionen vergrößern sich aber dafür bei unkontrollierter Gewichtsaufnahme nach der Operation umso mehr. Dies kann das OP-Ergebnis beeinträchtigen, wenn nicht sogar wegen der Ungleichmäßigkeit der gesamten Fettzellverteilung deutlich verschlechtern. Es wird deswegen eine intensive Ernährungsberatung vor und nach der OP empfohlen.