Schweißdrüsenbehandlung

Übermäßige und häufig unangenehm riechende Schweißbildung unter den Achseln (Hyperhidrosis axillaris) führt zu einer gesellschaftlichen Ausgrenzung, weil dies mit mangelnder Körperhygiene in unserer Gesellschaft gleichgesetzt wird. Dabei ist die übermäßige Schweißbildung häufig anlagebedingt und wird durch Stress verstärkt. Mehrmaliges tägliches duschen oder Deodorantsprays schaffen hier keine wirkliche Abhilfe.

Behandlungsmöglichkeiten

  1. Botulinumtoxin: Eine lange anhaltende Hilfe ist hier die Verabreichung von Botulinumtoxin in den Bereich der Hautschweißdrüsen unter der Achsel. Der Erfolg ist allerdings zeitlich begrenzt und hält ein halbes bis maximal ein Jahr an.
  2. Absaugen der Schweißdrüsen: Sie funktioniert ähnlich wie eine Fettabsaugung. Über zwei kleine Schnitte wird nach lokaler Betäubung mit einer wässrigen Lösung die Unterhaut vom Fettgewebe mit einem speziellen Instrument getrennt und die in der Haut liegenden Schweißdrüsen (die sog. ekkrinen Drüsen), die ca. 80% der Schweißproduktion ausmachen mit einer Spezialsaugkanüle entfernt.
  3. Operative Entfernung der Achselhöhlenhaut: Hierbei wird die gesamte drüsentragende Haut entfernt und durch Mobilisierung von umliegenden Hautpartien der dabei entstandene Defekt gedeckt. Dies ist eine sehr aufwendige Operation mit vollständiger Entfernung aller Schweißdrüsen, aber einer relativ hohen Komplikationsrate und einer langen Heilungsphase. Diese Operation wird heute wegen der guten Ergebnisse der Schweißdrüsenabsaugung kaum mehr durchgeführt.

Komplikationen

Die Behandlung mit Botulinumtoxin ist relativ komplikationsarm, spezielle Komplikationen siehe oben (Botulinumtoxin).

Bei den operativen Verfahren bestehen neben den allgemeinen Komplikationen wie Blutung, Bluterguss, Wundwasserbildung (Serom) und Infektion die Gefahr einer Hautnekrose (Absaugen der Schweißdrüsen) oder einer störenden und funktionsbehindernden Narbenbildung in der Achselhöhle. Eine Erfolgsgarantie kann bei keinem der 3 Verfahren gegeben werden.