Nerventransplantationen

Verschieden Ursachen können zu einem Nervenschaden führen: Krankheiten durch Erreger, lokalisierte Durchblutungsstörungen, Systemerkrankungen und Unfälle oder Verletzungen.

Bei Nervenschäden ist es wichtig, zum Einen die Ursache herauszufinden und zum Anderen die Dauer der Schädigung exakt zu bestimmen, denn davon hängen entscheidend Erfolg und postoperative Erholungsphase ab. Bei Unterbrechung von Nervenleitungen kommt es zu einer kontinuierlichen Abnahme der Schaltpunkte am Übergang zum Muskel und einer Verringerung der Muskelfasern selbst. Dies bedeutet, dass bei einer lang zurückliegenden Ursache eine Nervenrekonstruktion durch Transplantation eventuell gar nicht mehr lohnt, da das Erfolgsorgan (Muskel) nicht mehr auf elektrische Reize reagiert. Hier sind dann andere Operationsmethoden notwendig.

Operationstechnik

Als Erstes muss der schadhafte oder durchtrennte Nerv dargestellt und die kaputten Anteile entfernt werden. Im nächsten Schritt wird beurteilt, ob eine direkte Nervennaht erfolgen kann, was meistens nicht der Fall ist. 

Dann erfolgt die Entnahme eines oberflächlichen Hautnerven an Unterarm oder Unterschenkel. Als letzter Schritt wird der entnommene Nerv so vorbereitet, dass er den Defekt spannungsfrei in Länge und Durchmesser am kaputten Nerv überbrückt und abschließend mikrochirurgisch eingenäht.

Komplikationen

Neben den allgemeinen Risiken einer Operation wie Blutung, Infektion, Wundheilungsstörung und Narbenbildung liegt der Erfolg einer Erholung der Nervenfunktion bei 25-50%. Dies dauert zwischen 6 und 12 Monaten, in seltenen Fällen auch bis zu 2 Jahren. Deswegen ist sowohl beim Patienten als auch beim Operateur Geduld gefragt.   

In der Vergangenheit abgestorbene Muskelzellen oder Schaltstellen zwischen Nerv und Muskel erholen sich aber in der Regel nicht mehr, weshalb hier immer mit einer Einschränkung zu rechnen ist.